Einzelkind vs Geschwisterkind.
Shownotes
Sind Einzelkinder einfach nur verzogen, und Geschwisterkinder ewig neidisch aufs letzte Stück Schnitzel? Katha und Luisa bringen in dieser Folge ihre zwei komplett gegensätzlichen Kindheiten zusammen – die eine aufgewachsen mit Brüdern, die andere ganz allein im Fokus ihrer Eltern. Sie reden über Futterneid, elterliche Aufmerksamkeit und die Frage, ob man Geschwister braucht, um sich gegen die eigenen Eltern zu verbünden. Und sie fragen sich: Ist Blut wirklich dicker als Wasser – oder macht erst die gemeinsame Verantwortung füreinander echte Familie aus? Dazu: ein Blick in die Bibel, auf Jesus und seine eigene Familie, und warum wir uns im Glauben alle gegenseitig Bruder und Schwester nennen. Eine Folge über Nähe, Rivalität und die Erkenntnis, dass Familie mehr ist als nur derselbe Nachname.
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00:00:02: Das Coolste als Einzelkind ist, du bekommst die ganze Aufmerksamkeit.
00:00:06: Und das Beschissensdeals-Einzelkind isst ... Du
00:00:11: hast überhaupt keinen Plan zu denken wie andere, weil es immer nur um dich geht.
00:00:16: Dass du dir nie Sorgen machen musstest, das beste Stück von Kuchen zu bekommen, weil du hasst
00:00:21: es auf jeden
00:00:22: Fall bekommen.
00:00:23: Den tiefsten Neid,
00:00:24: den ich in meinem Leben gespürt
00:00:25: hab hat schon was mit meinen Geschwistern zu tun.
00:00:28: Also liebe Geschwister, Kinder da draußen.
00:00:31: Ich bin Einzelkind und ich kann besser teilen
00:00:33: als jeder Einzelne von euch!
00:00:39: Herzlich willkommen zu.
00:00:40: macht das Sinn dem Podcast.
00:00:42: für alle die sich fragen warum wir eigentlich tun was wir tun?
00:00:46: Und ob das überhaupt Sinn macht.
00:00:48: Katta und Luisa, zwei Theologinnen mit einem Hang zum
00:00:51: Philosophieren.
00:00:52: Und einer Vorliebe für gute Geschichten!
00:00:54: Nehmen euch miter auf eine Reise durch die
00:00:55: kuriosen und alltägliche
00:00:57: Momente des Lebens.
00:00:58: Katta & Luisa schauen genauer hin und fragen macht
00:01:02: das Sinn?
00:01:08: Hallo und herzlich willkommen zu eurem Lieblings-Sinnpodcast!
00:01:13: Oh yeah, herzlich Willkommen bei.
00:01:15: Macht das Sinn!
00:01:17: Katta wie sinnvoll war dein Wochenende.
00:01:19: was hast du so getrieben?
00:01:20: erzählen
00:01:21: Von null bis zehn kommt drauf an, was man unter sinnvoll versteht.
00:01:25: Aber ich bin auf jeden Fall sehr erschöpft davon, denn ich war mit meinen Geschwistern zusammen auf einer Planwagenfahrt durch die Weinberge von Heilbronn.
00:01:33: Wir hatten das als Geschwester meiner Mutter zum Geburtstag geschenkt und es war ganz fürchterlich laut und fürchterlos ausgelassen und ich bin maximal erschöpt!
00:01:41: Wie sinnvoll klingt das für dich?
00:01:44: Das klingt für mich ganz nach einem sinnvollen Thema für unsere heutige Podcast-Folge.
00:01:49: Denn wir sprechen über Geschwister!
00:01:52: Jetzt
00:01:52: habe ich schon verraten, ich hab zwei Geschwisters wie es ist bei dir?
00:01:56: Ja, wie du weißt wenn ich als Einzelkind groß geworden und damit haben hier die wunderbare Voraussetzung dass wir aus ganz verschiedenen Perspektiven auf das Thema Geschwester schauen können
00:02:08: Oh ja, und dann darf ich dir direkt am Anfang diese Vorurteile entgegenwerfen.
00:02:13: Die neidische mehr Kinderfamilien gerne auf Einzelkinder sagen wie du bist total egoistisch!
00:02:21: Du hast überhaupt keine Ahnung wie das ist zu teilen Und du hast überhaupt keinen Plan zu denken wie andere weil es immer nur um dich geht Prinzessin.
00:02:30: Die Prinzessin hat vor kurzem mit mehreren Menschen zusammen Urlaub gemacht, die alle Geschwister haben.
00:02:36: Es war sogar ein Geschwesterpaar sozusagen dabei und da ging es auch das eine oder andere Mal um einen Vorurteil so wie du das gerade so schön gesagt hast.
00:02:45: Und dann saßen wir so beim Mittagessen.
00:02:48: und Alter, Katter!
00:02:50: Es gibt niemanden der so einen krassen Futterneid hat wie diese Bekloppte Geschwisterkinder.
00:02:58: Da wurde sich gegenseitig noch nicht einmal der Träck unter dem Fingernagel gegönnt und sich gegseitig weggegessen, was das Zeug hielt, während ich schön brav mein Essen immer mit allen geteilt
00:03:12: habe.".
00:03:13: Und dann dachte ich mir ja genau!
00:03:16: Das Einzelkind kann nicht teilen, das Einzel Kind ist hier diejenige, die irgendwie unempatisch ist.
00:03:22: um kein soziales Wesen ist also dieses Vorurteil wirklich frech.
00:03:27: Geschwister und Futterneid, das hat mich im Urlaub wirklich mehrfach auf die Palme gebracht!
00:03:32: Warum zur Hölle?
00:03:34: Habt ihr komischen Geschwisters Kinder alle immer Angst nicht satt zu
00:03:37: werden?!
00:03:37: Was ist bitte schief gelaufen bei euch?
00:03:39: Ist es nicht offensichtlich was Schief läuft bei mehreren Kindern und Essen?
00:03:44: Das ist ja bestätigt ja eigentlich nur als Vorteil von Einzelkindern, dass du dir nie Sorgen machen musstest das beste Stück vom Kuchen zu bekommen.
00:03:53: Weil du hast es auf jeden Fall bekommen!
00:03:55: Unser eins musste kämpfen um die Panade des Schnitzels den Käseüberzug der Lasagne und dieses letzte Stück
00:04:04: Kuchen.
00:04:05: Ja aber ihr behauptet immer, dass ihr besser teilen könntet von wegen.
00:04:08: Ihr seid super habgierig
00:04:12: Auf jeden Fall.
00:04:13: Wir gucken, dass wir alle nicht zu kurz
00:04:15: kommen.".
00:04:16: Das ist ja totaler Quatsch!
00:04:17: Es waren immer super viele Kinder bei mir Zuhause.
00:04:20: Die Nachbarskinder wurden immer mit eingeladen und ich musste natürlich immer mit denen teilen.
00:04:25: Auch mit meinen Eltern musste ich teilen meine Cousine oder wenn andere Kinder wie gesagt zu Besuch waren oder bei größeren Familien feiern.
00:04:33: Ich kann mich nie an sowas wie Futterneid erinnern.
00:04:36: Das finde ich ist wirklich ein Phänomen.
00:04:38: und ja also liebe Geschwisterkinder da draußen, ich habe die Theorie, ich bin Einzelkind und ich kann besser teilen als jeder einzelne von euch!
00:04:48: Ich kann die Schnitzel, Panade und den Nudelkäse auch dir mal abgeben und mal bei einem Essen drauf verzichten.
00:04:55: Also wirklich?
00:04:56: Ja, ich kann dich beruhigen.
00:04:58: Ich empfinde keinen Futterneid und ich merke das auch bei meinen Kindern zum Beispiel gar nicht oder beim Mann.
00:05:04: Also so ein Futter-Neid passiert tatsächlich nicht am Tisch, auch mit meinem Geschwistern kann ich mich nicht daran erinnern.
00:05:10: Deswegen kann ich das Vorteil schon mal wiederlegen.
00:05:12: aber wie war es denn für dich?
00:05:14: Hast du oft in deinem Leben eine Vorurteile hören müssen weil du Einzelkind bist?
00:05:20: Ja!
00:05:21: Also genau die, die du eben aufgezählt hast.
00:05:24: Nicht teilen können egoistisch sein und so.
00:05:27: Und sehr oft habe ich dann auch von Geschwisterkindern gehört... Ah krass!
00:05:33: Ich hätte gar nicht erwartet dass du Einzelkind bist weil du bist ja sozial.
00:05:38: Okay was auch immer das heißen soll?
00:05:41: Ja spannend, weil hinter dieser Frage ja steht es ist steht es negativ einzeln Kind zu sein.
00:05:48: Also man verbindet nur negative Eigenschaften damit, oder?
00:05:52: Ja auf jeden Fall!
00:05:53: Auf jeden Fall.
00:05:54: also ich meine das hat natürlich auch nicht nur Vorteile.
00:05:57: da kann man sich jetzt drüber austauschen was Vor- und Nachteile sind aber die Vorurteile da habe ich immer nur negative gehört.
00:06:04: Und glaubst du, das Ganze kommt irgendwie davon?
00:06:07: Weil man die Konvention hatte.
00:06:09: Ja, Eltern sollten aber mehrere Geschwister bekommen ... War das aus Neid vielleicht?
00:06:14: Ich weiß es nicht!
00:06:15: Die Schublade kann schon was machen natürlich mit Eltern.
00:06:19: Also meine Eltern wurden auch immer gefragt wann kommt denn jetzt das Zweite?
00:06:22: und ich bin ja auch kein freiwillig gewähltes Einzelkind.
00:06:25: Das Leben spielt halt manchmal anders als man sich das so vorstellt.
00:06:28: und selbst wenn sie nur ein Kind gewollt hätten ist es ja eigentlich auch verrückt an außen das zu kommentieren oder in Frage zu stellen.
00:06:34: Genau so!
00:06:35: Wieder zeigt sich, dass solche blöden Vorteile und Konventionen das Leben eher schlechter machen als irgendwas Positives bewirken.
00:06:43: Aber ich glaube Neid spielt da auf jeden Fall eine große... eine große Rolle.
00:06:48: Neid zwischen Geschwistern, aber auch was du eben angesprochen hast.
00:06:52: So Neid auf.
00:06:54: Was könnten Einzelkinder besser haben als ich oder mehr haben?
00:06:58: Als Ich weiß?
00:06:58: es ist natürlich Fakt ja dass manche Dinge nicht teilen muss wie zum Beispiel Weiß ich nicht später das Erbe oder die Aufmerksamkeit deiner Eltern.
00:07:09: Oder den Taxiservice von Mama und Papa, das ist ja schon auch alles eine einfache Rechnung.
00:07:15: Das weniger wird wenn du das mit mehreren Geschwistern einfach teilen musst.
00:07:18: Ist sehr auch logisch!
00:07:19: Ja, und andererseits aber ich muss schon ganz ehrlich sagen also ich kenne Einzelkinder aus meiner Kindheit.
00:07:25: Und jetzt und für mich war nie das Gefühl da oh ich bin voll neidisch!
00:07:31: Das hatte ich jetzt nie weil ich immer dachte... Boah ist schon auch krass, dass alle Erwartungen der Eltern dann auf dir lasten.
00:07:40: Oder du die einzige Interaktionspartnerin bist oder dass du nicht mit deinen Geschwistern dich gegen deine Eltern verbünden könntest sozusagen weil ich dachte mir nie so das ist aber fees oder so.
00:07:52: Das muss ich auch wirklich sagen.
00:07:53: das ist wirklich etwas was mir gefehlt hat.
00:07:56: Leute mit denen ich mich gegen meine Eltern verwenden konnte
00:08:00: Kinder sind so gemeint.
00:08:02: Ja, aber
00:08:02: das hat definitiv gefehlt weil manchmal habe ich mir schon als Kind gedacht naja ich bin halt nun mal ein kind es ist normal dass ich keine ahnung nicht super viel lust habe den tisch zu decken oder dass sich dies oder jenes noch nicht so gut kann.
00:08:17: und da habe ich gedacht hätten meine Eltern jetzt mehrere kinder oder hätte ich sogar ältere geschwistert die verschiedene privilegien schon erkämpft hätten dann wäre das bei mir klarer gewesen das einzige ob der seite sagen, oder auch bei Finselprogrammen.
00:08:32: Also du bist halt einfach immer alleine oder auch beim Programm generell.
00:08:36: was macht man?
00:08:37: Du hast immer nur eine Stimme während deine Eltern immer zu zweit sind.
00:08:41: Es fehlt sowas wie ein Verbündeter.
00:08:43: jetzt.
00:08:43: meine Eltern waren immer nett zu mir alles
00:08:46: fein
00:08:47: aber du weißt was ich meine.
00:08:49: so ne also die haben schon auch versucht mal eine Perspektive zu berücksichtigen aber es gab de facto halt nur meine und das stelle ich mich schon anders vor wenn du Zutritt bis wie bei euch, oder?
00:09:00: Ja.
00:09:02: Kurzer Einwurf möchte ich noch kurz sagen.
00:09:04: vielleicht ist es wichtig für alle Hörerinnen zu wissen dass wir beide noch Kontakt zu unseren Eltern haben weil das ja auch ein Thema ist für Kinder dass irgendwann mal der Kontakt abgebrochen wird.
00:09:12: aber Wir hatten das Glück, dass wir liebevolle Eltern haben zu denen wenn ich den Kontakt abbrechen mussten.
00:09:19: Genau deswegen mit dem Vorzeichen reden wir jetzt auch gerade in der Folge.
00:09:23: Wie du sagst.
00:09:24: also ja ich hatte immer Verbündete aber was ich schon gespürt habe war... Den tiefsten Neid, den ich in meinem Leben gespürt habe hat schon was mit meinen Geschwistern zu tun und zwar auch im Blick auf meine Eltern.
00:09:37: Vielleicht sind sie oder ja Sie sind meine Verbündeten?
00:09:40: Sie sind auch die, die die Aufmerksamkeit bekommen wenn ich sie nicht bekomme von meinen Eltern.
00:09:46: also es war für mich schon immer ein Thema so warum kriegen dir so viel Aufmerksamkeit und ich nicht?
00:09:51: Ich hätte gerne mehr Aufmerksamkeit gehabt an manchen Stellen vielleicht meine Brüder auch das Gefühl zu haben ungerecht behandelt zu werden weil anderen anders behandelt werden.
00:10:00: Das ist lustig,
00:10:01: dass du das jetzt so sagst weil ich habe eine Freundin die auch Einzelkind ist immer sagt das coolste als Einzelkind ist du bekommst die ganze Aufmerksamkeit und das beschissenster als Einzeln Kind ist Du bekommest die ganzen Aufmerksamkeit.
00:10:15: Und es ist wirklich so Die ganze Aufmerksamkeit zu bekommen heißt ja nicht nur die ganze Liebe zu bekommen und die Zuneigung, der Taxi-Service.
00:10:26: Das gute Stück vom Kuchen und das offene Ohr.
00:10:30: Sondern die Aufmerksomheit zu bekommen ist auch du bekommst die ganze Erwartung.
00:10:36: Du bekommest
00:10:38: Spülmaschinen
00:10:39: ausräumt Zeit, Wäsche aufhängen Zeit ... Du bekommst die ganze Aufmerksamkeit und musst dich alleine kümmern.
00:10:49: Und so weiter und sofort, also das sind einfach zwei Seiten der gleichen Medaille was viele Vorteile hat und wahrscheinlich sieht man immer nur die Seite, die man gerade nicht hat?
00:11:00: Ja voll!
00:11:02: Als ich ausgezogen bin von zu Hause... Also meine Mutter war da eher so geh, geh raus!
00:11:08: Ich war die Letzte, die ausgezogen ist Und bei meinen Brüdern habe ich total miterlebt, wie meine Mutter auch so ein bisschen traurig war, dass meine Brüder ausgezogen sind.
00:11:17: Und für mich war das so wie ... Wenn ich wegziehe ist es in Ordnung!
00:11:21: Wenn meine Bruder wegziehen ist es total traurisch und ich glaube... Das ist halt auch
00:11:26: die
00:11:26: Perspektive, wie man Familie erlebt.
00:11:28: Und das finde ich wiederum cool, dass sich mit meinen Brüdern oft abgleichen kann, wie sie etwas in der Kindheit erlebt haben.
00:11:34: Also wenn ich merke so oh da sitzt ein Schmerztief dann spreche ich mit meinem Brüder mal drüber und frag so hey... Diese Erinnerung, wie war die eigentlich für euch?
00:11:43: Und ich finde das ist mal manchmal eine ganz gesunde Möglichkeit um Perspektiven auch zu wechseln.
00:11:50: Ja es ist auch ein Korrektiv für sich selbst, ne?
00:11:53: Vor allem aus der eigenen Peer Group!
00:11:55: Ich hatte vielleicht dann das Korreaktiv meiner Eltern oder von Freundinnen oder sowas aber aus der gleichen Familie, aus dem gleichen Umfeld ungefähr in der gleichen Generation Das kenne ich halt so im Grunde nicht.
00:12:08: Oder nur von weiteren... Leiter entfernten Verwandten wie Pusine oder sowas.
00:12:12: Aber das ist einfach noch mal was anderes, weil die hat nicht dieselben Eltern wie ich.
00:12:16: Ja!
00:12:16: Ich muss ehrlich sagen spätestens seitdem ich Mutter bin merke ich dass die Einzelkind Vorurteile überhaupt nicht stimmen.
00:12:26: Ich kann es nicht anwenden auf Einzelkinder die im Umfeld meiner Kinder aufwachsen.
00:12:33: aber was sich mich frage ist fühlt man sich als Einzel Kind mal alleine?
00:12:39: Also ich war immer schon ein totaler Vereinsmensch und hab immer schon total viele Hobbys gehabt, von daher fahre ich nie so viele Nachmittage.
00:12:47: oder abende alleine zu Hause, muss ich sagen.
00:12:50: Und ich hatte das mega große Glück dass sich im Dorf aufgewachsen bin in einer Sackgasse die total verkehrsberuhigt war und ich immer rausgehen konnte und die Nachbars Kinder direkt am Start waren so dass ich mich da eigentlich nie alleine gefühlt habe.
00:13:09: aber Urlaub ist ein absolutes Thema.
00:13:12: Stundenlange Autofahrten die in meiner Erinnerung wahrscheinlich viel länger sind Als sie in Wirklichkeit waren, war ein Horror.
00:13:20: Da habe ich mir immer einen Kind gewünscht das hinten mit mir sitzt und mit mir spielt und mit mich interagiert.
00:13:25: Und da war auch immer froh als ich dann so Jugendliche war und meine Eltern auch gesagt haben du darfst auf deine Cousine oder eine Freundin oder so mal mitnehmen oder wenn wir mit anderen Familien zusammen Urlaub gemacht haben.
00:13:36: Aber wahrscheinlich, jetzt sagt man du als Geschwisterkind stellt man sich das auch alles als Einzelkind romantischer vor.
00:13:43: Wahrscheinlich warst du mit deinen Brüdern im Urlaub und ihr habt euch da die ganze Zeit gestritten oder so?
00:13:48: Oh Gott, nein!
00:13:50: Romantisch war es auf keinen Fall.
00:13:51: Ich bin mit zwei Brüdern aufgewachsen und das war alles andere als romantisch.
00:13:57: Meine Brüder sind recht ähnlich alt und ich habe einen ticken größeren Abstand.
00:14:02: Meine Prüder haben schon irgendwann mal so beste Freunde geworden weil sie zusammen Abi gemacht haben, zusammen studiert und gewohnt haben später auch.
00:14:10: Trotzdem ist da eine enge Verbindung zwischen uns drei.
00:14:15: Es wurde jetzt nie in Frage gestellt, dass wir uns lieb haben.
00:14:19: Es gab aber einfach Lebensphasen, da konnten wir so gar nichts miteinander anfangen.
00:14:23: Ich weiß, mein mittlerer Bruder, da gab es sicher zwei, drei Lebensjahre zu meiner Grundschulzeit ... Ich weiß nicht, ob ich mit ihm groß gesprochen hab.
00:14:32: Ich habe ihn dann ab und zu beim Essen gesehen.
00:14:34: Das war ein fremder Mensch für mich, weil wir unterschiedlich waren.
00:14:37: Aber dann gab's mal so eine Situation, da dachte ich mir... Eine coole Idee, wenn ich mich jetzt in eine Wäschekorb setze und das komplette Treppenhaus damit runterfahre.
00:14:48: Meine Mutter war glaubt gerade einkaufen.
00:14:50: wir Kinder waren alle drei allein daheim.
00:14:53: Ich habe mich dann in diesen Wäschekorb gesetzt bin Treppen runtergefahren.
00:14:57: Ich fand es am Anfang lustig
00:14:59: hab aber
00:14:59: recht bald Panik bekommen Und bin auch unten gegen die Wand gefahren mit einer hohen Geschwindigkeit.
00:15:06: Aber ich weiß noch da kam mein mittlerer Bruder aus dem Zimmer geschossen runter zu mir und war sofort total besorten, hat geguckt was passiert ist.
00:15:16: Und ich weiß noch... Ich war weniger überrascht darüber dass sich jetzt gerade so ein Unfall gebaut hatte und eventuell mich verletzt habe.
00:15:22: Ich war mehr überrasacht über die Reaktion meines Bruders das er interessiert ist wenn ich einen Unfall baue.
00:15:28: So war es halt manchmal egal wie eng wir uns waren.
00:15:31: also wir hatten auch Phasen da hingen wir voll viel zusammen rum.
00:15:34: Wir haben zusammen abends gefeiert, haben über Vollviel geredet.
00:15:38: Aber eins ist es, wir haben irgendwie so eine Verbundenheit.
00:15:41: Die habe ich mit niemandem.
00:15:43: Meine Brüder können nicht meine Freundinnen ersetzen.
00:15:45: MeineBrüder sind eine ganz eigene Sozialform für mich.
00:15:49: Ich spüre da körperliche emotionalen und intellektuelle Nähe zu ihnen, die ich mit sonst niemanden teile.
00:15:59: Man weiß, wenn's drauf ankommt, ist man füreinander da.
00:16:03: eine Verantwortung für einen anderen.
00:16:05: Wenn man mit dem Wäschekorb gegen die Wand fährt, dann sind sie da – die großen Brüder!
00:16:09: Also würdest du schon sagen Blut ist dicker als Wasser?
00:16:13: Nein, darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht.
00:16:16: Blut is nicht dicker aber es ist anders als Wasser weil ich auf jeden Fall auch ein Verantwortungsgefühl von meinen Freundinnen hab'.
00:16:23: Aber das ist einfach anders.
00:16:25: also... Wir haben ja auch ein gemeinsames Verantwortungssystem.
00:16:31: Meine Eltern, die Familie und unsere Kinder sind Cousin.
00:16:36: Das ist irgendwie anders.
00:16:38: und dafür was auch fies ist.
00:16:40: Wir sind uns gegenseitig Heimat weil wir uns schon immer kennen.
00:16:43: Es sind einfach meine ältesten Beziehungen.
00:16:45: Und wir kennen aber auch hart unsere Macken.
00:16:49: Meine Brüder können Knöpfe bei mir drücken dass ich ausrasse.
00:16:52: Die kennt sonst niemand.
00:16:54: Das ist sehr ungeschickt manchmal.
00:16:58: Okay, Katja!
00:16:59: Ich geb dir jetzt mal zu dem Thema eine komplett konträre Jesuskarte.
00:17:04: Verwandtschaft wird überbewertet?
00:17:07: Ist es weil Jesus seine Jünger in den Aufruf die Familien zu verlassen und das Glaube höher ist als Familie?
00:17:16: Nee...
00:17:17: Du musst es mir verraten.
00:17:18: Ich glaube, ich komme heute nicht
00:17:19: drauf.".
00:17:19: Okay!
00:17:20: Es ist eine Stelle aus dem Markus-Evangelium.
00:17:23: Da is Jesus mit seinen Jüngern zusammen und es wird gesagt hier deine Geschwister und deine Mutter sind vor der Tür und die wollen zu dir rein.
00:17:32: und dann iss eher so wer ist meine Mutter?
00:17:34: Und wer sind meine Geschwisters?
00:17:36: Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruderschwester und Mutter.
00:17:41: Ich find' diese Stelle ganz spannend weil sie für mich noch mal so austrückt... Also, dieses Wer den Willen Gottes tut bedeutet ja nichts anderes als wer gut miteinander umgeht und wer Beziehung zueinander und zu Gott pflegt.
00:17:55: Und so der ist Bruder Schwester und Mutter.
00:18:00: also dieser ist irgendwie miteinander verwandt und wir sagen ja auch im Christentum ganz gerne Zueinanderschwester und Brüder und gehen irgendwie davon aus dass wir das alle sind also letztendlich auch alle Menschen und ich muss sagen
00:18:14: Bei allem
00:18:15: erstmal über diese Stelle drüber stolpern, ich finde das ganz charmant.
00:18:21: Weil es auch so ein bisschen mich nochmal einen Schritt hinter all meine Familienverhältnisse treten lässt und mir irgendwie deutlich macht... Im Endeffekt bin ich mit jedem Menschen irgendwie verbunden und manchmal stehen mir die Menschen, die irgendwie gemeinsame Werte mit mir teilen auch näher als sie jetzt unbedingt mit mir verwandt sind.
00:18:40: Und manchmal hat man das ja auch mit dem ein oder anderen verwandten!
00:18:44: Das merke ich immer... bei Kondolenzgesprächen in Vorbereitung auf Beerdigungen, dass Menschen dann sagen oha es gibt da eine Person der Familie.
00:18:52: Da habe ich einfach irgendwie gar nichts zu sagen das gibt's ja in all unseren Familien, dass es da Menschen gibt mit denen wir uns besser und schlechter verstehen oder zu denen sogar gar kein Kontakt mehr ist Und dann zu sagen, okay das ist schön wo es funktioniert.
00:19:07: Das ist was Heiliges und was Schönes eine Familie zu haben und Geschwister zu haben aber Leute ist auch nicht alles.
00:19:12: also ich kann auch Beziehungen aufbauen unabhängig von Blutzverwandtschaften und das kann auch geschwisterlich werden.
00:19:20: Ja, ich kenne auch ganz viele Geschwister, die einfach keinen Kontakt mehr haben zueinander.
00:19:25: Weil sie es nicht ertragen, weil's nicht geklappt hat.
00:19:27: und wie unfair ist es dann zu behaupten, du hast keine Familie mehr?
00:19:30: Und wie wichtig ist es denn diese Perspektive zu öffnen, die du gerade mit der Bibelstelle geöffnet hast, dass Familie nicht nur im Blut sich äußert?
00:19:40: Wenn ich dran denke... Also für meine Kinder ist es klar, die haben die Onkels und die Tanten aber die sagen ihre Familie sind zum Beispiel auch ihre Partnerinnen Die gehören für sie fest zur Familie dazu und die sind ja ihre Familie, weil sie im Glauben letztlich noch mal ihre Onkels und Tanten sind.
00:19:59: Und das ist ganz fixes Teil ihrer Familie.
00:20:03: Das finde ich voll schön, dass man diesen Familienbegriff erweitern kann außerhalb der Blutsverwandtschaft da noch... eine emotionale Familie, im Glauben eine Familie zu haben.
00:20:13: Ja und manchmal können Freundinnen ja auch so nah einem stehen wie Familie.
00:20:17: Klar ist es was anderes.
00:20:19: nochmal aber zum Beispiel meine Kindheitsfreundinnen die meinen verstorbenen Großeltern kennen oder die auch miterlebt haben wie ich Zuhause aufgewachsen sind kommt für mich auch am nächsten an sowas wie Familie oder Geschwister ran weil die einfach noch ein Teil meiner Kindheitsgeschichte mit erlebt haben.
00:20:39: Meine Oma fällt mir gerade ein, hat übrigens war auch immer für alle Oma Heidi, auch meine Freundinnen.
00:20:45: die hat zu denen gesagt ihr könnt auch so zu mir sagen also das hat irgendwie auch was sehr familiär ist.
00:20:52: Voll schön!
00:20:54: Ja ich merke auch dass eigentlich so meine engen FreundInnen da sind meine Eltern auch immer voll interessiert und fragen wie geht's denen?
00:21:02: Was machen sie grad um das so mitzudenken is super schön.
00:21:08: Ja, wir haben jetzt so sehr aus unserer Perspektive gesprochen.
00:21:11: Wir haben beide noch Kontakt zu unseren Eltern und ich habe Kontakt mit meinen Brüdern.
00:21:16: Ich erinnere mich irgendwie in der Zeit, in der ich viel beerdigt hatte ist mir immer aufgefallen dass über dem Grab die Streitigkeiten zwischen Geschwistern stark hochgekocht sind also wenn es ums Erbe oder den Abschied der Eltern geht.
00:21:30: das hat mich immer total erschrocken.
00:21:32: da wünsche ich mir auch, dass das mir nicht passiert.
00:21:34: aber davon ist man natürlich nicht frei
00:21:37: Da stimmt.
00:21:38: Und da geht es ja auch wieder um Neid und Missgunst...
00:21:40: Ja, vielleicht auch nochmal um Erinnerungen mit den Eltern wie sie die Einzelnen behandelt haben.
00:21:46: Das spiegelt so eine ganze Lebensgeschichte und ein ganzes Verhältnis von Eltern irgendwie wider.
00:21:53: Das ist immer auch dafür gar nicht so schlecht bei der einen oder anderen Entscheidungen, die ich so getroffen habe, die für meine Eltern enttäuschend waren.
00:22:02: Na ja, hätten die noch ein zweites Kind gehabt?
00:22:04: Hätten sie vielleicht gedacht nicht so schlimm das es hier nicht geraten ist!
00:22:07: Ich hab' ja noch einen!
00:22:11: Nee, Spaß.
00:22:11: Aber im Ernst wahrscheinlich ist es schon auch so dass wenn man mit mehreren Geschwistern das sich genau die Aufmerksamkeit und die Erwartungen auch da nochmal anders verteilen.
00:22:20: aber das bringt dann halt auch wieder Neid-Situationen und so mit sich.
00:22:24: also... Es ist sehr kompliziert diese Familienkonstrukte Und das ist wahrscheinlich das was du sagst was ich dann nachher am Ende des Lebens von Eltern noch mal was da nochmal hochkochen kann.
00:22:35: Wobei wenn's um meine Eltern geht war ich an einigen Stellen auch schon sehr dankbar meine Brüder zu haben, wenn irgendwas kritischeres passiert ist.
00:22:46: Was wir uns schon gestritten haben was jetzt das Richtige für unsere Eltern wäre und wie man damit umzugehen hat, was man ihnen zurückmählen sollte oder lieber nicht sollte.
00:22:55: Und da fand ich es immer super da ins Streitgespräch zu gehen und zu überlegen was jetzt Das Beste wäre weil die Perspektiven so unterschiedlich sind dass sehr sehr gut getan, hatten ich mich dann nicht so allein gefühlt habe in der Verantwortung für meine Eltern.
00:23:12: Aber ja...
00:23:13: Ja das verstehe ich!
00:23:14: Das muss sich natürlich alleine machen.
00:23:16: aber gut dass da auch ja manchmal es nicht so sehr auf die Verwandtschaftsverhältnisse ankommt.
00:23:22: Ich würde dann halt auch immer eine Freundin anrufen oder meine Kusine und da irgendwie mich braten schlagen
00:23:27: voll klar
00:23:29: Die auch meine Eltern kennen.
00:23:30: Und ich glaube,
00:23:31: das ist eben der wichtigste Aspekt.
00:23:33: also man sagt Geschwister lernen untereinander des Streiten weil sie Trainingspartner innen einander sind.
00:23:39: aber ganz ehrlich Ich glaub wenn man wenn man tolle Freundschaften hat schon von klein auf, dann ist es eine Riesenschance dort gleichermaßen streiten zu lernen und teilen.
00:23:51: Blut ist anders als Wasser aber nicht unbedingt immer dicker.
00:23:55: also ich glaube selbst gewählte Beziehungen haben noch mal eine ganz andere Wertigkeit.
00:24:00: Ja auch die Beziehung, die es im Glauben so gibt das ist doch auf jeden Fall etwas Sinnvolles am Ende
00:24:08: unserer Folge.
00:24:09: Ich hab das Gefühl, ich sollte meinen Brüdern öfter mal sagen wie wichtig sie mir sind.
00:24:15: Pack die Badehose ein und dein kleines Schwesterlein!
00:24:20: Es gibt Lieder über Geschwister.
00:24:23: Also Vorurteile... Totaler Quatsch.
00:24:27: Ich glaube, dieses Thema Einzelkind, Geschwisterkind, Sandwich Kind – das ist doch alles ausgelutscht!
00:24:34: Also wieder mal muss ich nach der Folge sagen lasst uns doch bitte Vorurteile über Bord werfen und selbst nachdenken.
00:24:43: Und was ist für dich so heute sinnvoll gewesen?
00:24:47: Auf jeden Fall da gehe ich super gerne mit.
00:24:49: Und nochmal so dass es besondere Menschen gibt unabhängig davon jetzt, ob ich mit ihnen verwandt bin oder nicht die ein großen Stück meiner Kindheitsgeschichte mit mir teilen und dass ich dafür echt dankbar bin.
00:25:01: Das hat heute für mich noch mal Sinn gemacht, die Aufmerksamkeit nochmal auf diese Menschen zu lenken und das voll schön!
00:25:10: Dass auf der einen Seite und auf der anderen Seite das Familie so viel mehr ist als nur der gleiche Nachnamen.
00:25:16: Tschüss an alle Schwestern und Brüder im Glauben und im Blute Und in Freundschaft.
00:25:24: Passt aufeinander
00:25:51: auf!
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