Eigenheim!?

Shownotes

Eigentum anschaffen, lieber zur Miete wohnen und überhaupt sesshaft werden? Katha denkt, Anfang 40 ist die Frage endlich mal beantwortet, für eine Weile jedenfalls. Sie ist froh, ausnahmsweise mal nicht umzuziehen. Luisa erlebt das mit 30 in ihrem Umfeld anders. Einig sind sie sich darin: Ihre Generation möchte flexibel und unverbindlich sein und dennoch Sicherheit, Identität und ein zu Hause finden. Ist das überhaupt ein Widerspruch? Und wie viel Eigenheim-Spirit brauche ich? Und wie viel lasse ich mich in die Schublade der Konvention drücken: und vor allem: Was möchte ich auf dem Klassentreffen erzählen, wie ich wohne und was ich erreicht habe. Dabei ist Katha der festen Überzeugung: Sozialkontrolle beim Fenster putzen und Garten pflegen kann man nur in der Stadt entgehen. Luisa hingegen verteidigt Team Land. Sinn suchen und finden die beiden in unterschiedlichen Wohnorten. Und doch stellen sich beide die Frage gleichermaßen: Was brauche ich wirklich, um mich zu Hause zu fühlen? Und Spoiler: Das hat am Ende wenig mit Bett, Haus oder Land und Sprache zu tun.


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Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:02: Es sind ja so viele Grundfragen und ich finde es eigentlich verrückt, die mit dreißig schon beantworten zu können oder?

00:00:08: Also ich werfe dir mal vor dass es dir tendenziell immer eher egal ist was die Leute dann denken.

00:00:14: Ich schaue mir jetzt etwas an und dann schau ich mir noch etwas

00:00:17: an, dann schausch mir noch

00:00:17: was an und da muss mich irgendwann entscheiden.

00:00:19: wir wollen maximal flexibel sein.

00:00:22: Wir wollen möglichst unverbindlich unterwegs sein.

00:00:25: das ist für mich auch zu Tiefspiritualität, weswegen ich wirklich gerne in der Stadt lebe.

00:00:31: Ich also noch ... oh und die Fenster

00:00:32: singen!

00:00:32: Ganz schön

00:00:33: dreckig aus, haben nur nie jemand

00:00:34: drauf angesprochen.

00:00:39: Herzlich willkommen zu Macht das Sinn dem Podcast für alle, die sich fragen warum wir eigentlich tun was wir tun?

00:00:46: Und ob dass überhaupt Sinn macht?

00:00:48: Katta & Luisa zwei Theologinnen mit einem Hang zum Philosophieren und einer Vorliebung für gute Geschichten nehmen euch mit auf eine Reise durch die

00:00:55: kuriosen und alltägliche

00:00:57: Momente des Lebens.

00:01:10: Ich stecke hier mitten zwischen Umzugskartons und dem normalen Chaos.

00:01:16: Und wo steckst du gerade?

00:01:21: Und ohne Umzugskartons, weil ich schon lange nicht mehr umgezogen bin.

00:01:24: Was ist bei dir passiert?

00:01:25: So du

00:01:25: weißt ja dass ich zwischen meinen verschiedenen Arbeitsstellen und den verschiedenen Zuhauses so am Hin- und Herd pendeln bin.

00:01:33: Ja jetzt habe ich mein Wohnort nochmal ein wenig verschoben und geändert und jetzt sitze ich gerade im Büro und das ist bisher noch der chaotischste Raum.

00:01:44: Aber ich finde es ganz aufopferungsvoll von dir Dass Du extra umgezogen bist einfach ganz, ganz frische Eindrücke mitbringen zu können.

00:01:54: passend zu unserem heutigen Podcast Thema.

00:01:57: Genau

00:01:57: es geht nämlich heute rund ums Wohnen kaufen mieten und wie sinnvolles Leben

00:02:03: überhaupt

00:02:04: in einem Zuhause oder in mehreren funktionieren kann.

00:02:08: Tatsächlich habe ich diese Bude, in der ich jetzt hier wohne aber nicht gekauft.

00:02:12: Sondern ich lebe jetzt wieder zur Miete.

00:02:15: Ich bekomme aber so... In meinem Umfeld tatsächlich gerade mit dass ganz viele Menschen sich die Frage stellen, kaufe ich etwas?

00:02:22: Miete ich etwas?

00:02:24: wenn ja was kaufe ICH?

00:02:26: und das ist alles gar nicht so einfach!

00:02:29: Und mittendrin die Frage wo fühle ich mich eigentlich sinnvoll zu Hause und was brauche um mich eigentlich überhaupt zu Hause zu fühlen.

00:02:39: Da war auch eine der ersten Sachen, die ich gemacht habe.

00:02:43: Zu schauen wie fühle ich mich wohl und der Überwurf für die Couch war extrem wichtig.

00:02:51: Die Psychologin Katharina Bongatz hat zuhause auch beschrieben als Identifikationsgehäuser also weniger ein ganz konkreter Ort, der irgendwo steht sondern mehr... etwas, wo ich mich geistig emotional und kulturell zu Hause fühle.

00:03:09: Und da sind eben diese vielleicht von außen gesehene Details für dich wichtige Aspekte um eben emotional, geistisch oder auch kulturel Heimat zu finden an deinem neuen Ort?

00:03:23: Das finde ich gibt so ein krasses Gefühl von Zuhause!

00:03:28: Aber ich muss jetzt mal was fragen, vielleicht für alle die uns noch nicht so lange hören.

00:03:33: Ich bin vierzig, Luisa du bist dreißig.

00:03:36: Nein, du bist einunddreißig!

00:03:37: Ich wertbald einundvierzig.

00:03:40: Das heißt wir beide rahmen so die Rush Hour des Lebens zwischen Dreißig und Vierzig.

00:03:45: Und ich weiß noch das vor zehn Jahren dieses Thema Mieten oder Kaufen Stadt- oder Land viel größer war für mich als jetzt noch.

00:03:54: Wie ist es denn bei dir mit deinem Umfeld?

00:03:56: Du hast doch schon erzählt, dass manche das auch sehr emotional umtreibt.

00:04:01: aber wie ist es für dich?

00:04:02: setzt sich das unter Druck?

00:04:03: beschäftigt ich das Thema weiter oder sagst du nee für mich ist der Plan gerade fein...

00:04:08: Ich finde es schon ein bisschen unter Druck setzend!

00:04:11: Die Generation vor uns die Generation unserer Eltern hat das auch noch ganz anders gemacht.

00:04:16: also ich bin in einem Haus groß geworden, dass meine Eltern selber gebaut haben und in dem sie ihr erwachsenen Leben lang jetzt wohnen und wahrscheinlich auch bleiben.

00:04:30: Und ich finde die Vorstellung das jetzt zu machen wie die mega beängstigend.

00:04:36: mich jetzt festzulegen und ein Haus zu bauen oder zu kaufen indem ich mein ganzes Leben lang drinbleiben soll kann ich mir gar nicht mehr so vorstellen.

00:04:46: Ich frage mich immer, woran das liegt?

00:04:48: Ist es weil wir auch vom Job her flexibler sind als die Generation vor uns?

00:04:54: Weil wir mehr Möglichkeiten haben?

00:04:55: vielleicht wollen wir uns auch nicht so doll binden oder festlegen.

00:04:59: Das ist eine ganz arg große Frage gerade für mich und ich stelle das auch in meinem Freundeskreis fest dass es da auch extrem präsent ist und viele beschäftigt.

00:05:09: also ja mega präsend.

00:05:11: Also man sagt ja auch psychologisch gesehen, dass diese ganze Frage an drei Grundbedürfnisse anknüpft.

00:05:17: Identitätssicherheit und Zugehörigkeit.

00:05:20: Und das sind ja wirklich dann auch drei total große Entscheidungen.

00:05:25: also Identität wer bin ich?

00:05:27: Will ich in Stadt, Land, Dörflich vor Ort... Was brauche ich als Persönlichkeit überhaupt?

00:05:33: Wer bin ich, dann?

00:05:34: diese Sicherheit muss sich kaufen.

00:05:36: Damit ich irgendwie klarkommend drauf, dass ich eine Altersvorsorge habe oder ist es mir zu unsicher weil ich nicht weiß wie lange ich abbezahlen kann und die Zugehörigkeit sage ich mal in welcher Bubble fühle ich mich auch wirklich zugehörig und kann ankommen.

00:05:51: Es sind ja so viele Grundfragen und ich find's eigentlich verrückt, die mit dreißig schon beantworten können, oder?

00:05:57: Ja, es ist mega verrückt.

00:05:58: Und ich stelle auch fest bei Freundinnen die gerade überlegen zu kaufen dass die Angst extrem groß ist eine falsche Entscheidung zu treffen.

00:06:08: Okay, ich schau mir jetzt was an und dann schaue ich mir noch etwas an und da muss mich irgendwann entscheiden und was ist wenn dann noch ne viel geile Wohnung kommt?

00:06:16: Und da kommen wir zu dem Punkt.

00:06:17: also ich verstehe absolut so warum soll ich mit dreißig diese Entscheidung treffen wie ich lebe wo ich wohne und andererseits dürfen aber auch nicht ganz naiv in die Sache reingehen?

00:06:27: Also mit fünfzig gestaltet sich es für viele Menschen einfach sehr unrealistisch da noch ein Haus zu kaufen getroffen hat, um dann irgendwie später ein Haus kaufen zu können oder eine Wohnung.

00:06:39: Und ich glaube das widerspricht halt so ein bisschen unserer Generation also deine und meine und die auch nach uns kommen so diese breitschaft sich festzulegen auf etwas und zwar auf mehr als zwei drei jahre.

00:06:53: das fühlt sich total seltsam und falsch an.

00:06:57: Unsere Erwartung, wir wollen maximal flexibel sein.

00:07:01: Wir wollen möglichst unverbindlich unterwegs sein und das widerspricht natürlich dem dass irgendwie dann auch der Wunsch von Absicherung und Eigenheim da ist.

00:07:10: Ja, weil eine eigene Wohnung steht ja auch für so viel.

00:07:13: Dafür Sicherheit und Unabhängigkeit.

00:07:16: Dass ich erwachsen bin, dass ich die Kontrolle habe, das ich erfolgreich bin... Also ne Freundin hat auch zu mir vor kurzem gesagt, ich hab keinen Bock zum Klassenstreffen zu gehen und dann erzählen mir die Leute alle, ich habe das gekauft oder ich lebe jetzt da und ich dümpel hier immer noch drum und weiß nicht wo ich richtig bin.

00:07:32: Das ist ja schon für sich selber das Entscheidende zu können, es hart und das andere ist.

00:07:37: dann kommt von außen noch diese Konvention und dieser Druck dazu.

00:07:42: Du sagst, Klassentreffen!

00:07:44: Ich glaub mit dreißig ist das Thema Immobilien eben ein Riesenthema und ich hab auch gemerkt krass meine Vorstellungen gehen da völlig auseinander von denen meiner Freundinnen voll beeindruckt, was jetzt andere machen und was wir machen oder eher nicht machen.

00:07:59: Schaffe schärfe Häuslebau ist volles Thema weil Hausbau, Hauskauf eigene Immobilie echt ein Ding hier ist.

00:08:07: ich bin ja viel umgezogen.

00:08:08: in meiner Kindheit also bis ich zehn Jahre alt war bin ich habe ich fünfmal den Wohnort gewechselt.

00:08:14: Was ich so für mich gelernt hab in meiner kindheiten Jugend ist auf jeden Fall das Heimat oder Zuhause, eben weder Wohnung noch Haus, Bett oder Matratze ist.

00:08:23: Oder Land und Sprache sogar egales.

00:08:26: für mich war es immer wichtig die Menschen also super wichtig meine Geschwister, meine Eltern zu haben als Heimat und meine Freundinnen.

00:08:34: das war immer super hart dass ich das hatte so Abschiedsschmerz wenn ich meine Freundin hinter mir gelassen habe.

00:08:40: Das war wirklich jedes mal furchtbar am Umzug.

00:08:43: aber Ort neue Klasse Neue Sprache auch, es war mir eigentlich völlig bums.

00:08:50: Und da merke ich so für mich ist Heimat auf jeden Fall Menschen das jetzt in der Stadt wohnen in einer Mietwohnung hat doch viel damit zu tun dass mein Mitbewohner auch ein großes Bedürfnis nach dieser Form hat.

00:09:03: Wenn ich irgendwie in einem Vorbeort unterwegs bin, weil ich eine Freundin besucht hatte oder so ist mir echt oft aufgefallen.

00:09:09: Krass!

00:09:10: Es sind keine Leute auf der Straße die Spielplätze sind leer und ich frag so was hier los ist?

00:09:15: Ist hier irgendwo einen Dorffestgrad?

00:09:17: Was ist hier los?

00:09:18: Nee das ist immer Sonntag so... Die Leute sind halt bei sich im Garten und niemand kommt raus.

00:09:25: Und mich hat so eine Welle von Unwohlsein überrollt, weil ich genieße es in der Stadt, dass immer was los ist.

00:09:32: Dass sich verschiedene Leute dressen.

00:09:35: komplette Gegenteil.

00:09:37: Also ich assoziere das komplett andersrum, Stadt ist super anonym jeder hat seine Wohnung und es für sich wenn du auf die Straße gehst oder wenn du Straßenbahn fährst du kennst die Leute ja gar nicht.

00:09:47: Du kommst überhaupt nicht in Kontakt weil alles super anonymes während wenn dich auf dem Land wohne gehe ich auf die Dorfkirmes und jeder kennt jeden.

00:09:55: unter jedem Bierstand kann ich mit einer anderen Person einen trinken.

00:09:58: wird's genau

00:09:59: umgekehrt sagen nein Also ich kann ja nur für meinen Stadtviertel da sprechen, aber wir sind auch ein kleines Dorf.

00:10:08: Wenn es gibt bei uns Stadtvirtelfeste – da kennt man die Leute!

00:10:12: Ich treffe jeden Tag immer wieder die Leute, die ich kenne und grüße hier ständig Menschen.

00:10:18: Vielleicht liegt's auch dran dass wir als Familie natürlich auch nochmal über uns vier Personen unterschiedliche Kontakte haben vom Fußball, über die Kinderhobbys bis hin auch über kirchliche Sachen.

00:10:31: eben überhaupt keine Anonymität ich hier fühle.

00:10:34: Und gestern in unserem House Chat, wir haben so einen House Chat wo die Einige aus unserem Wohnhaus drinnen sind da hat eine gesagt Hilfe!

00:10:42: Ich weiß nicht wie das mit der Terme funktioniert und mein Mitbewohner sagt kein Problem ich komme morgen mit dem Schlauch vorbei und die andere Nachbarin schreibt ich habe auch Probleme.

00:10:52: kann ich kommen und zuschauen wie er das

00:10:54: macht?

00:10:55: Ja klar, und dann gibt's halt heute Nachmittag oder Abend eine Termen-Treff hier.

00:11:04: Ach krass!

00:11:05: Das hätte ich vollkommen anders erwartet wirklich weil... Ich hatte auch witzigerweise die Tage noch mit einem italienischen Freund das Gespräch davon der so sagte ja in Deutschland ist es ja anders da hat jeder seinen eigenen Garten indem man sein eigenes Grillfest veranstalten kann.

00:11:22: In Italien sind die Wohnungen viel klar und die Gärten auch, und zwar weil das Leben auf der Piazza stattfindet.

00:11:28: Und alle sich im Dorf auf dem Platz oder mitten in der Bar treffen...

00:11:35: Aber es passiert doch genau!

00:11:37: Deswegen finde ich den Vorort so gruselig.

00:11:39: Jeder hängt im eigenen Garten ab aber hier ist es auch so.

00:11:42: Der Platz hier ist voll.

00:11:43: wenn du abends Bock auf einen Apparol hast gehst du hier auf den Platz kauf sie ein und triffst safe jemanden.

00:11:50: Das ist für mich auch zu Tiefstspiritualität, weswegen ich wirklich gerne in der Stadt lebe.

00:11:56: Levinas so ein Philosoph hat mal gesagt im Antlitz des anderen begegnet dir Gott, dass du in der Begegnung mit anderen Menschen Gott triffst und eben nicht nur die, die ich kenne sondern die ich nicht kenne, vielleicht auch Menschen treffe, denen es nicht gut geht sichtlich.

00:12:13: Auch das haben wir hier viel im Viertel.

00:12:16: da wird mein Glaube angeregt und dort entsteht auch Gottesbegegnung.

00:12:21: wo ich Menschen begegne.

00:12:23: Ich würde total vereinsamen und auch spirituell eingehen glaube ich in einem Stadtteil oder in einem Ort in dem ich keine Menschen begegende.

00:12:32: Ja wahrscheinlich kommt's am Ende auf die konkreten Menschen an.

00:12:34: man müsste das jetzt mal recherchieren.

00:12:37: aber Genau, hatte immer so die Idee davon dass die Einsamkeit in den Städten viel größer ist als auf dem Land und auf dem Dorf.

00:12:45: Im Beerdigungsdienst mache ich die Erfahrung das die Beerdigung in der Stadt bei mir auch immer viel einsamer sind und viel weniger Community da war als aufm Dorf.

00:12:55: Da kommt eben das ganze Dorf weil jeder jeden kennt uns eine Gemeinschaft ist.

00:12:59: Aber ich glaube das ist wahrscheinlich meine enge Sicht.

00:13:02: Ich habe keine finanziellen Nöte.

00:13:05: Ich bin in einem Alter einer Lebenssituation, der sehr einfach ist, Kontakte zu knüpfen und ich will nicht behaupten dass die Einsamkeit hier nicht groß ist.

00:13:13: Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen das sich im Dorf mich auch sehr einsam fühlen würde und nicht beheimatet weil Dinge vielleicht wichtig sind, die mir nicht wichtig sind wie Fenster putzen oder den Garten sauber halten.

00:13:25: also das habe ich letztlich so ein Gespräch von Kolleginnen erlebt Die haben erzählt wie zum Beispiel eine Nachbarin heimlich in den Gartengeht wenn sie denkt Die betroffene Person ist auf Arbeit und die Disteln wegschneidet damit die Distel nicht rüberblühen in den eigenen Garten.

00:13:42: Und kritisch schaut, ob die Fenster schon geputzt sind oder wie sagen da?

00:13:45: Da würde ich total vereinsamen!

00:13:47: Weil wenn das die Themen sind, die uns verbinden okay...

00:13:51: Ja aber das ist auch ein Vorurteil.

00:13:53: als ich wohne jetzt ja auf dem Land und es hat mich also... Oh und die Fenstern sehen ganz schön dreckig aus, habe ich noch nie jemand drauf angesprochen super einfach Kontakt zu schließen.

00:14:05: Ich bin tanzen jetzt hier gegangen, seit ich hier wohne und genau und eben auf jeder Kirmes am Start beim Fastnachtfeiern, Karnevalsverein oder in kirchlichen Bezügen engagiert.

00:14:18: also ich finde da kann man total einfach Kontakte knüpfen ohne dass es um Fenster oder Disteln geht!

00:14:24: Ja aber ist die Sozialkontrolle... Also Thema Einsamkeit ist das ein, aber ist Sozialkondrolle ein Thema auf dem Land?

00:14:32: Nee, finde ich nicht.

00:14:33: Also für mich hier nicht.

00:14:35: Kann sein dass das auch ein Generationending ist

00:14:38: oder ein Persönlichkeitsding.

00:14:39: Genau

00:14:39: ja kann voll sein.

00:14:41: also Ich werfe dir mal vor dass es dir tendenziell immer eher egal ist was die Leute dann denken als eine große Rolle spielt was sie denken.

00:14:51: interessant

00:14:51: finde ich das dass es auch in der Bibel eine große Flexibilität gibt, was das Thema umziehen und Heimat gibt.

00:15:02: Ich konnte mich nämlich kaum entscheiden, welche Jesuskarte ich dir heute mitbring.

00:15:07: Ich habe mich jetzt mal für folgende entschieden...

00:15:10: Pack deine Sachen wir ziehen um!

00:15:12: Ich vermute ja sofort, dass es sich auf eine der Pilgergeschichten bezieht aus dem alten Testament.

00:15:19: Abraham musste viel unterwegs sein und wurde berufen seinen Volk durch die Wüste zu führen.

00:15:26: Genau Abraham bekommt den Auftrag aus seinem Land wegzuziehen in ein fremdes Land zu gehen und das ist ziemlich krass weil er das durchzieht.

00:15:37: Alten Testament, das Volk Israel ist ständig unterwegs.

00:15:41: Die sind auch irgendwie dazu angehalten da ein bisschen flexibel zu bleiben und dass es immer etwas Tröstendes hat, dass egal wo die hingehen Gott schon da ist und mitgeht und mitzieht und die so einen Grundvertrauen haben.

00:15:54: Das hat mich bei all meinen Umzügen immer schon inspiriert irgendwie muss ich sagen und also auch manchmal Geflüchtete sind, manchmal Heimatlose und das sich so als Grundthema in der Bibel durchzieht.

00:16:11: Ja, absolut!

00:16:12: Ich finde es auch bewundernswert wie Abraham Gott vertraut dass es gut wird, dass da wirklich ein verheißendes Land kommt, dass er eine ganze Mannschaft weiterführen kann.

00:16:26: Und ich denke mir so wow, wie kann man so einen krassen Gottesglauben haben und sein ganzes Leben danach ausrichten?

00:16:32: Und denkt da sofort zum Beispiel an meine Mutter die wirklich in dieser frühen Familienphase zehn zwölf mal umgezogen ist weil mein Vater sich beruflich verändert hat.

00:16:43: Sie hätte gut weiterarbeiten können.

00:16:45: sie hatte auch eine Familie ernähren können mit ihrem Gehalt.

00:16:48: aber Krasses Vertrauen in mein Vater, aber auch in ihren Glauben hatte dass das gut wird.

00:16:55: Mein Vater kommt nach Hause und sagt pack deine Sachen es geht weiter.

00:16:58: ich ziehe schon mal vor auf einen anderen Kontinent kommen hinterher Sie so ein tiefes Vertrauen in den Glauben hatte, dass das auch alles gut wird mit uns allen.

00:17:08: Diese Zuversicht und dieser starke Glaubens, der mich bis heute natürlich prieht... Kannst du

00:17:13: auf verschiedenen Kontinenten gelebt?

00:17:15: Ja wir haben auch in Amerika gelebt genau!

00:17:17: Aber was ich schon sagen kann ist, dass meine Mutter so ein krass tiefes vertrauen hat, dass es gut wird.

00:17:23: Und das sprich ja auch dafür.

00:17:25: Das Heimat, was damit zu tun hat, auch in welchen Beziehungen finde ich irgendwie Heimat.

00:17:32: also Dass zu Hause deiner Mutter, nämlich ihre Kinder und ihr Mann sind halt dann immer mitgezogen.

00:17:38: Aber das trägt egal welche Art von Beziehung dass jetzt ist wenn du Menschen hast die für dich Heimat sind Und vielleicht von mir aus auch ein Gott der für dich heimat gibt

00:17:48: klingt jetzt voll cheesy.

00:17:49: aber ich wünsche mir das Für mich auch dass sich so eine krasse Heimat in meinem glauben und in gott habe.

00:17:57: Ich glaube ich ich harter also Ich haare da so oft und so oft packe ich innerlich meine Umzugskartons.

00:18:03: Sagt, das kann doch nicht sein!

00:18:05: Ich ziehe jetzt hier aus in meinem Glauben.

00:18:07: warum läuft es so und so?

00:18:09: Und bin so stark immer am Ringen mit meinem Glauben und auch mit Gott und haben diskutieren.

00:18:14: wahrscheinlich ist das auch meine Art einfach in Beziehungen so.

00:18:19: aber dieses... Also so auch diese Ruhe zu haben, das suche ich schon immer und diese heimatliche Geborgenheit.

00:18:28: Und die finde ich auf jeden Fall auch immer wieder aber so wie ich das jetzt beispielsweise bei meiner Mutter erlebt habe oder auch bei anderen Menschen um mich herum, ist es schon für mich ein cooler Wunsch oder eine Vision.

00:18:43: Aber hab' ich jetzt noch nicht so krass gehabt!

00:18:49: Was würdest du denn sagen, was war heute in dieser Folge für dich sinnvoll?

00:18:54: Ich glaube das Thema Unterschiede zwischen Stadt und Land.

00:18:56: Das ist noch nicht ausdiskutiert.

00:18:58: ich glaube da gibt es mehr Vorurteile als wahrhafte Erkenntnisse und das ist das eine.

00:19:04: Und das andere ist eben, dass wie bei so vielen Themen es wichtiger ist darauf zu achten was man selber braucht als das was vielleicht andere von uns erwarten oder wollen und das schon schwer genug ist rauszufinden.

00:19:17: wo gehöre ich hin?

00:19:18: Was kann ich mir leisten.

00:19:20: Wir jetzt gerade auch aus einem sehr privilegierten Blickwinkel uns ausgetauscht haben und dabei außer Acht gelassen haben, wie viele Menschen sich nicht mal diese Gedanken machen dürfen.

00:19:31: Ja was war für dich sinnvoll heute?

00:19:33: Ich fand es spannend, dass wir von der Frage möchte ich lieber kaufen oder mieten und ist überhaupt notwendig sich zu entscheiden.

00:19:40: Oder nicht sehr weggekommen sind hinzu der Frage was bedeutet eigentlich Heimat für mich?

00:19:45: Und wie will ich leben in einer Stadt oder auf dem Land?

00:19:49: Was gibt mir halt und Gemeinschaft und Heimat?

00:19:52: Das zeigt vielleicht das auch wenn... Die Frage kaufen oder mieten und Eigentum sich anhäufen im Leben, oder nicht?

00:20:00: Ja.

00:20:00: Und durchaus eine sehr alltägliche ist aber das tiefere Heimat zu Hause was und wer ganz anders was gibt.

00:20:08: Das bringt vielleicht auch ein bisschen Entlastung in die Frage muss ich etwas kaufen, muss mich entscheiden wann muss ich mich entscheiden?

00:20:15: weil Heimat immer irgendwo anders herkommt und nicht davon abhängig ist ob ich gerade einen Mietvertrag unterschrieben habe oder nicht.

00:20:25: Das war für mich heute eine sehr sinnvolle Erkenntnis in unserem Gespräch.

00:20:30: Ja, dass es mehr als ein Finanzierungsplan ist!

00:20:33: Ich habe dir zum Schluss außerdem kein Lied mitgebracht sondern ein Gebet das an meinem Kühlschrank hängt schon ich glaube zum dritten oder vierten Mal immer wenn ich umgezogen bin und das gibt mir voll Trost auch bei der Frage wo möchte dich zu Hause sein?

00:20:51: und wenn du es hören willst, dann lese ich dir gerne vor.

00:20:54: Ja, gerne!

00:21:16: Oh, schön.

00:21:17: Amen!

00:21:19: Ja in diesem Sinne wo auch immer ihr hingeht und wo auch hierhin ihr hinzieht passt auf euch auf und wir freuen uns auf euch egal in welcher Wohnung ihr uns hört.

00:21:29: Macht's gut!

00:21:32: Mach das Sinn nach einer Idee von Katta, Luisa

00:21:35: und mir mit

00:21:37: freundlicher Unterstützung vom Institut für Publicistische Ausbildung und der katholischen Rundfunkarbeit

00:21:42: des Bistums Trier

00:21:43: und der Dürze Ottenburg Stuttgart Kommentiert die Folge gerne und schreibt uns auf Insta.

00:21:49: Abonniert den Podcast und verpasst keine Folgen, denn wer weiß vielleicht macht das ja wirklich Sinn!

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