Heilige Hotline oder Aberglaube?

Shownotes

Beten zwischen Wäschebergen, Kinderchaos und einem Kalender, der schon beim Draufschauen Burnout kriegt – macht das ernsthaft Sinn? Katha und Luisa nehmen euch mit in ihre sehr realen Glaubensabenteuer: vom „Schlampertoni“, der Luisa gefühlt öfter rettet als ihr Handy-Akku, über Kerzenrituale, die irgendwo zwischen Tradition und „Hoffentlich hilft’s!“ schweben, bis hin zur Frage, ob man eigentlich komplett gaga ist, wenn man betet. Und ja: Einschlafen beim Beten? Passiert. Regelmäßig. Der heilige Antonius aka „Schlampertoni“ Warum Luisa ihn öfter anruft als ihre beste Freundin – und wieso er scheinbar wirklich ständig liefert. Aberglaube oder legitime himmlische Hotline? Katha stellt die Frage, die sich viele nicht trauen: Ist das Beten zu Heiligen eigentlich spirituelle Tradition oder einfach katholischer Hokuspokus? Kerzen anzünden: Ritual, Trost oder magisches Denken? Wir reden darüber, warum Menschen Kerzen für Verstorbene oder wichtige Momente anzünden – und ob das mehr ist als „Ich hoffe, das Universum hört mich“. Für andere beten – bringt das was? Über Fürbitten, Gebetsanliegen und das Gefühl, manchmal die Sorgen anderer mitzuschleppen wie einen schlecht gepackten Rucksack. Vorformuliert vs. freestyle Rosenkranz oder spontanes „Gott, bitte hilf“ – was funktioniert wann, und warum beides seine ganz eigene Kraft hat. Rosenkranz im Gefängnis Katha erzählt eine Geschichte, die man so schnell nicht vergisst – und die zeigt, wie absurd kraftvoll Gebet sein kann. Sind Betende eigentlich verrückt? Wir gehen der Frage nach, ob Beten nur spirituell verpackte Selbsttherapie ist – oder ob da mehr dahintersteckt, als man denkt. Einschlafen beim Beten & Funkstille von oben Luisa beichtet, warum sie regelmäßig wegdöst – und beide sprechen darüber, wie schwer es ist, wenn Gott einfach mal… nichts sagt. Das Gebet, das Luisa erwähnt, ist übrigens der Tagesrückblick von Ignatius von Loyola.


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Transkript anzeigen

00:00:02: Ich schnauze voll, warum antwortest du mir nicht?

00:00:04: Ich bin auch schon oft beim Beten eingeschlafen.

00:00:07: Wo ist das Gebet

00:00:08: und wo ist es vielleicht doch einfach eine intuitive Selbsttherapie?

00:00:14: Gebet bedeutet nichts!

00:00:16: Ich wünsche Gott erfüllt.

00:00:18: Es ist langweilig aber es hilft bei mir in dem Moment so sehr die Worte

00:00:21: fehlen.

00:00:22: Ob das wirklich bedeutet dass Gebetsanliegen funktioniert... Dass man hinterfragen könnte

00:00:29: ist immer nicht

00:00:29: irre.

00:00:30: wenn man betet Hätte ich am Ende nicht auf den Baum oder einen Strauß

00:00:34: anschreien können?

00:00:39: Herzlich willkommen zu Macht das Sinn, dem Podcast für alle die sich fragen warum wir eigentlich tun was wir tun und ob dass überhaupt Sinn macht.

00:00:48: Katta & Luisa zwei Theologinnen mit einem Hang zum Philosophieren und einer Vorliebe für gute Geschichten nehmen euch mit auf eine Reise durch die

00:00:55: kuriosen

00:00:56: und alltägliche Momente des Lebens!

00:00:58: Katta und Luisa schauen genauer hin und Fragen

00:01:01: macht

00:01:02: das Sinn?

00:01:09: andechtig schauen und los geht's.

00:01:12: So-und nicht anders funktioniert beten!

00:01:16: Aber wenn Gott doch sowieso schon alles weiß, warum soll ich dann überhaupt noch ihm was erzählen?

00:01:24: Zwischen Wäschebergen Beziehungsfragen und dem normalen Alltagschaos fragen wir heute Beten.

00:01:30: Macht das

00:01:31: Sinn?

00:01:32: Katja es gibt ein Gebet dass hilft immer bei mir jedenfalls.

00:01:38: Und das läuft über den heiligen Antonius, auch Schlampertonie genannt.

00:01:44: Das hat mir meine Mama schon ganz früh beigebracht...

00:01:47: Wenn

00:01:48: ich etwas verloren habe oder etwas suche dann kurz mit dem heiligem Antonius das klären.

00:01:54: er wird ja auch gerne liebevoll der Schlampertoni genannt und dann findet man die Dinge wieder.

00:02:00: Er gilt als einer der Nothelfer Heiligen, der einem hilft wenn man auf der Suche nach etwas ist.

00:02:09: Und außer ein einziges Mal hat es bei mir immer geklappt und ich hab's schon so unzählig oft angewendet.

00:02:17: Echt?

00:02:18: Okay crazy!

00:02:21: Ist das ein bestimmtes Gebet?

00:02:22: Gibt es eine bestimmte Wortwahl?

00:02:24: oder einfach?

00:02:24: Nein, das ist

00:02:25: frei formuliert.

00:02:26: Heilige Antonius hilft mir xy zu finden!

00:02:28: Das habe ich jetzt leider verloren.

00:02:30: Ich lege ein gutes Wort für mich beim lieben Gott ein und dann zack... Die Dinge finden mich nicht immer direkt.

00:02:37: Ich will fast sagen die Dinge finden sich nicht die Dinge weil es an eher einen Zufall ist wo sie auftauchen aber funktioniert bei meinem Handy oft schon, bei meinem Schlüssel Bei Unterlagen, die ich gesucht habe.

00:02:48: Bei Theaterkarten... Also, die Liste ist unendlich lang.

00:02:52: Jetzt kann nicht alles aufzählen, weil es schon so viele Sachen waren.

00:02:55: Fun Fact!

00:02:55: Das eine Mal, wo's nicht funktioniert hat – das ist einer meiner Jugendshinden – da war ich am ersten Mai und hatte vielleicht einen Drink zu viel.

00:03:03: Bin nach Hause gekommen und konnte mich nicht mehr erinnern, wo ich meine Wanderschuhe hingestellt hab und sie sind einfach verschwunden.

00:03:10: Warum hattest du beim Sofen Wanderschuh an?

00:03:13: Beim ersten Mai Wandertour Mit Trinken?

00:03:16: Sorry, sorry.

00:03:17: In der Stadt sah das immer anders aus!

00:03:19: Da braucht man keine Tracking-Schuhe auf.

00:03:21: Er macht jetzt Bollerwagen und am ersten Mai los geht's mit Alkohol wandern weil in meiner Jugend ein absolutes Muss... Und das Lustige ist.

00:03:30: ich war an diesem ersten Mai so betrunken dass sich meinen Vater angerufen hat Papa komme ich bitte abholen.

00:03:36: und dann habe ich ihn am nächsten Tag gefragt ob ich Barfuß war Und er sagte, nein, du hattest deine Wanderschuhe an.

00:03:44: Aber ich kann dir nicht sagen, wo du die hingemacht hast und sie

00:03:46: wurden nie wieder gefunden.

00:03:49: Okay jetzt

00:03:49: gehen wir back to the topic auch wenn ich alte Jugend sind ja weiterhin gerne höre.

00:03:55: aber ist das nicht Aberglaube?

00:03:58: Neee, die Noteilverheiligen sind doch keine Aberg Glaube es sind gute Fürsprecher bei Gott.

00:04:05: Es geht sogar im übertragenen Sinn.

00:04:06: es geht auch bei Parkplatz suchen.

00:04:09: findet man auch einen bei einem schnellen Stoß gebet an den heiligen Antonius.

00:04:13: Also wirklich, bei uns gibt es ein großes Parkplatzproblem.

00:04:16: Das werde ich ausprobieren und eine Studie dazu führen!

00:04:20: Ja jetzt mal ernsthaft.

00:04:21: also ich glaube Gebet beten und einfach so sprechen wie man so schön sagt wie mir der Schnabel gewachsen ist Dinge anvertrauen, dem lieben Gott oder vielleicht auch über den Heiligen seiner Wahl Gott was anvertrauen.

00:04:38: Ich kann ihm durchaus etwas abgewinnen.

00:04:40: das mit dem heiligen Antonius ist eher ein lustiges Beispiel.

00:04:44: aber ich bete zum Beispiel total gerne für meine Verstorbenen dass es denen jetzt gut geht da wo sie sind.

00:04:50: Ich stelle auch gerne ein Kerzin auf, wenn irgendwelche wichtigen Ereignisse bei Personen anstehen.

00:04:55: Und das wissen Familie und Freundinnen bei mir schon so sehr, dass sie manchmal sogar sagen ich glaub selbst nicht dran.

00:05:00: aber Luisa du glaubst dran bitte stellen die Kerzin aus oder einfach meinen Alltagsscheiß dem lieben Gott erzählen.

00:05:08: auch das funktioniert.

00:05:09: also das mache ich auch wenn ich weiß ich kann nicht mehr glauben ich kann mich mehr.

00:05:14: dann habe ich da eine ganz besondere Freundin der sage ich du denk mal daran glaubt mal für mich weiter, so ich pack das gerade nicht und mir hilft es total zu wissen.

00:05:24: Ich packs grad nicht jemand anderes übernimmt's für

00:05:27: mich.".

00:05:28: Und das ist ja auch schon so ein... Das macht ja auch Klöster, ne?

00:05:31: So

00:05:32: das... Gebetsanliegen sammeln,

00:05:33: ja.

00:05:33: Genau, Gebeten.

00:05:33: Voll schön!

00:05:34: Ja, und für andere Beten.

00:05:37: also ich sehe schon den Gewinn, ich seh auch den Gewinnen wenn ich hektisch suche.

00:05:41: einmal kurz sammlen Den Tony um Hilfe bitten, das gibt mir vielleicht Ruhe.

00:05:45: Ich sammle mich und dann komme ich vielleicht besser drauf, wo ich was liegen gelassen habe.

00:05:49: Ich sehe da schon so den gewinn, dem psychischen Gewinn oder den kurz mal sammeln.

00:05:56: aber ob das wirklich bedeutet dass Gebetsanliegen funktionieren?

00:06:01: Ja Was heißt auch funktionieren?

00:06:04: Also Gott ist ja nicht, weiß ich nicht der Weihnachtsmann den man Wunschzettel schreibt.

00:06:09: Man kriegt alles was man da auch schreibt wobei das funktioniert bei Kindern wenn sich etwas für Weihnachten wünschen.

00:06:14: Ja egal an B oder was die glauben auch nicht immer.

00:06:17: aber ich glaube eben Gebet bedeutet Nicht Ich wünsche Gott erfüllt sondern kann auch manchmal einfach heißen ich lass was los und das muss doch nicht immer nur was was positives sein.

00:06:29: so ne.

00:06:30: Und was ich wirklich am Gebet schätze, ist die krasse Vielfalt, die es beim Beten gibt.

00:06:35: Also eine der meiner Lieblings... Gebetsform ist mit den Füßen zu beten.

00:06:40: Ich lieb auch diesen Ausdruck, mit den füßen Beten meint auf irgendein Pilgerweg gehen oder andere Fußballfahrt teilnehmen und manchmal einfach schweigen und einfach gehen und so irgendwie sagen da lasse ich mich jetzt drauf ein Gott vielleicht hoffentlich ein Stück näherzukommen oder nicht.

00:06:58: aber auch dabei die Gedanken so schweifen zu lassen und mit Gott tatsächlich zu sprechen und ihm Gedanken irgendwas anzuvertrauen funktioniert für mich genauso Gut oder schlecht?

00:07:09: Wie ein vorformuliertes Gebet, einen Rosenkranz.

00:07:12: Ein Vater Unser in Gebete was ich im Gottesdienst schon x-mal gehört habe indem mich voll viel Routine hat funktioniert aber auch mit meiner Alltagssprache wenn ich mit Gott so spreche wie mit einem Freund oder einer Freundin.

00:07:25: Es funktioniert für mich aber auch mit Musik zu beten oder über Kunst ins Gebet zu kommen.

00:07:30: Ich finde, das ist so krass wie vielfältig!

00:07:33: Das find ich richtig schön weil es dann auch irgendwie an die Situation angepasst werden kann in der ich gerade bin.

00:07:41: Ja, du hast jetzt ganz viel davon erzählt.

00:07:44: Welche Gebete funktionieren?

00:07:45: Du hast eine Riesenvielfalt aufgezählt.

00:07:48: Jetzt ist es in Deutschland so bei Umfragen, dass schätzungsweise fünfzig Prozent der Menschen noch nie gebetet haben.

00:07:57: und dann frage ich mich schon wenn ein Mensch noch nie gebettet hat das als Kind nicht beigebracht bekommen hat und dafür müssen wir heute Tage immer mehr ausgehen dann gibt es diese Vielfalt ja nicht.

00:08:09: Du hast schon viel ausprobiert, du hast Theologie studiert und weißt okay ich in der Kunst sogar im Wandern.

00:08:15: was heißt ich?

00:08:16: Du gehst ja schon davon aus dass ich Gott überall begegnen kann.

00:08:20: aber was ist mit Menschen die halt noch nie gebetet haben und dann setzen sie sich hin?

00:08:25: Ja, man braucht auf jeden Fall eine Anleitung.

00:08:28: Also als Kind hatte ich einen Gebetswürfel auf dem vorformulierte Gebete gestanden und meine Mama mit mir gemacht hat.

00:08:33: oder auch Ferienfreizeit haben die älteren Gruppenleiterinnen irgendwie mit uns vorm Essen immer gesungen ein zwei Gebetslieder.

00:08:43: Und ich merke zum Beispiel auch in der Gemeinde, wenn irgendwo üblich ist das anstelle der Für-Bitten eingeladen wird persönliche Gebetsanliegen laut zu sagen wo es oft gemacht wird machen die Leute das easy going mit und wenn du das irgendwo machst wo das noch nie gemacht wurde sind die Leute so verständlicherweise.

00:08:59: Es braucht dass das irgendwie einzuüben sonst ist es glaube ich so seltsam wie für jemanden der noch nie Yoga oder Kampfsport, oder irgendwas gemacht hat einfach da reinzukommen.

00:09:13: Wichtig!

00:09:14: Ich bin über ein Zitat bei der Recherche gestolpert.

00:09:16: das fand ich ganz cool.

00:09:18: Also ich habe bei Rana gelesen dass er sagt beten bedeutet auch stille.

00:09:23: also gerade weil du ja eben auch keine Antwort bekommst wie wir antworten gewohnt sind am telefon hier zwischen uns Es ist wie Stille, deren Schweigen schreit.

00:09:35: Das finde ich trifft es ganz gut.

00:09:37: Manchmal ist dieses Schweigen echt wie ein großes Schrein und man muss fast seine Ohren betäuben um das nicht zu hören, wie krass dieses Schwegen ist.

00:09:47: Und dahingegen sagt er eben auch des betende Menschen die keine Ahnung mehr haben von diesem Schweigen dass eben auch manchmal nichts passiert und keine Antwort kommt dass da das Beten nur noch leeres Wortgeklingel sei.

00:10:02: Also wenn ich zu sehr safe bin, ja klar!

00:10:06: Das und das Gebet und das läuft und das funktioniert, dass es vielleicht dann doch aber schon fast wieder instrumentalisiert wird?

00:10:14: Ja bei mir funktioniert auch mal das eine Mal das andere gebeten besser sofern man uns überhaupt sagen kann oder weniger.

00:10:21: gut Ich weiß du bist ja nicht der mega Freund von vorformulierten Gebeten.

00:10:28: Ich mag das Vater unservoll und bestimmte Tischgebete total.

00:10:33: Also ich mag schon bestimmte feste Formen, aber halt die mit denen ich sprachlich irgendwie auch gut kann.

00:10:40: Ja da sind wir wieder bei dem Thema.

00:10:41: was ist für mich routiniert und gewohnt zum Beispiel?

00:10:45: Ich kann zum Beispiel mit dem Rosenkranz relativ viel anfangen weil ich den als Kind oft gebetet habe Mit meiner Oma, aber auch so am Vorabend von Beerdigungen für Verstorbene.

00:10:57: Und gerade in der Situation zum Beispiel finde ich das mega!

00:11:00: Weil da hat er ja schon fast sowas meditatives beruhigendes immer den selben Text zu beten.

00:11:06: und grade in so einer ohnmächtigen Situation wie ich trauere um einen Menschen... liebe ich, dass es einen Gebet gibt, das sich runterrattern kann.

00:11:15: Das ist langweilig und meditativ.

00:11:18: Aber es hilft bei mir in dem Moment so sehr die Worte fehlen.

00:11:21: Genau so kannst du aber auch in einer solchen Situation fehlen.

00:11:23: und da sind wir dann wieder beim Zitat, dass du gerade gebracht hast einfach mal ruhig zu werden und nichts zu sagen?

00:11:29: Ja also das Schweigen meinte auch eher so, dass von Gott halt mal auch nichts zurückkommt.

00:11:34: diese Stille genau.

00:11:36: Aber das mit dem Rosenkranz... Also ich habe mal im JVA gearbeitet.

00:11:41: Im Knast, in der Knastilsorge haben einige Gefangene sich gewünscht.

00:11:46: Dass wir gemeinsam das Rosenkranzgebet beten und selber diese Rosenkransketten basteln.

00:11:52: Das haben wir gemacht.

00:11:53: Ich habe es mit denen auch gebetet.

00:11:57: Es gab einen Zweifel für die.

00:11:58: Für die war das ein gewohntes Gebet.

00:11:59: Die anderen haben das so angenommen weil sie gemerkt haben ich weiß schon gar nicht mehr was ich sagen soll weil ich so verzweifelt bin Gebet meditativ zu wiederholen.

00:12:11: Und es gibt ja in allen Religionen, sowie auch in allen Religion gebetet wird eben so bestimmte feste Gebete.

00:12:18: Okay, pass auf jetzt mache ich mal was, was ich noch nie gemacht habe.

00:12:20: Ich gebe dir zwei Jesuskarten gleichzeitig.

00:12:23: Aber zwar

00:12:23: dann auch für heute!

00:12:24: Wenn du zwei schon einsetzt... Gott hört auch das, was du nicht sagen kannst.

00:12:30: Beim Beten darfst du auch mal schreien.

00:12:33: Das ist nämlich ein krasser Gegensatz, der jetzt auseinander kommt.

00:12:36: Aber ich finde es passt so gut zu dem Thema Vielfalt beim Beten und dass das mal laut und mal leise sein kann.

00:12:43: Hast du zu einer der Karten eine Idee?

00:12:46: Also grundsätzlich finde ich in den Psalmen steht ja auch immer viel über Klage und Bewunderung.

00:12:53: also gibt's eine Vielfaltung an Gebeten.

00:12:57: Ich hab mir bei dem Gott hört doch das, was du nicht sagen kannst.

00:13:01: Den Römerbrief gedacht?

00:13:02: Denn da heißt es irgendwie... denn wir wissen nicht, was wir beten sollen!

00:13:07: Aber so nach dem Motto der Geist regelt das für uns mit einem unaussprechlichen Seufzen.

00:13:12: Das fand ich eine schöne Zusage die in diesem Brief beschrieben wird, dass manchmal auch ein Schweigen etwas aussagen kann und dass Gott uns dann auch irgendwie hört oder hilft.

00:13:22: Das fand ich ganz schön.

00:13:23: und dann der krasse Gegensatz dazu.

00:13:25: deshalb die beiden Jesuskarten gleichzeitig.

00:13:28: Beim Beten darf man auch mal schreien.

00:13:31: Das zeigt Gott selbst uns, nämlich zum Beispiel im Markus-Evangelium wenn Jesus am Kreuz hängt und ruft mein Gott warum hast du mich verlassen?

00:13:40: Und ich finde diese beiden Gegensätze sind so eine ehrliche Art zu beten Mit viel Worte, mit viel Klage.

00:13:47: Mit vielen Fragen und viel Unklarheit.

00:13:50: Und auch mal Gott anzuklagen!

00:13:51: Was ist das denn für ein Scheiß?

00:13:53: Ich halte es hier nicht mehr aus.

00:13:55: Es ist zuviel... ...und aber auch dieses Okayen ganz im Ruhigwerden.

00:13:59: So vielfältig wie unser Leben.

00:14:03: In der Psychologie sagt man ja, dass Seufzen Menschen ganz intuitiv machen um sich zu entlasten.

00:14:09: Also dieses... Das ist ja... einatmen und loslassen.

00:14:14: Und das hat eine ganz große Funktion.

00:14:18: Singen oder schreien ist ja auch ein tolles Werkzeug, um Dinge loszulassen.

00:14:24: Deswegen ist die Frage, wo ist es gebet?

00:14:29: Wo ist es vielleicht doch einfach eine intuitive gute Selbsttherapie?

00:14:36: Ich finde, dass eine schließt, dass andere gar nicht so krass aus, oder?

00:14:39: Nee, es gehört irgendwie zusammen.

00:14:41: Das Gebet immer Selbstreflexion ist und andererseits auch die Einübung der Beziehung mit Gott oder das Connecten mit Gott.

00:14:50: Also Augustinos sagt auch uns sind Worte notwendig damit wir durch sie uns selbst ermahnen und auf den Gegenstand des Gebetes achten.

00:14:58: nicht, aber als ob wir glauben, wir müssten den Herrn belehren oder erweichen.

00:15:02: Also dass es Gebet nicht die Funktion hat Gott sei irgendwas zu überreden oder zu sagen bitte macht das jetzt sondern viel mehr wie mal darauf achten sollen was sagen wird denn?

00:15:12: Was ist unser Gebet anliegen?

00:15:14: und soviel bei uns aussagt Das in erster Linie ist auch wirklich eine Art der Selbstreflexion, selbst Augustinus hat das schon gesagt.

00:15:25: Aber trotzdem ist es ja schon so dass man hinterfragen könnte immer nicht irre wenn man betet braucht

00:15:33: ein bisschen schon.

00:15:34: und ist es am Ende wirklich sprechen mit Gott?

00:15:36: oder eben auch dieses intuitiv.

00:15:39: ich therapiere mich selbst jetzt mal.

00:15:41: letztens war es so mega Stress hatte mit jemandem.

00:15:45: Also richtig und ich habe gemerkt, boah das eskaliert jetzt krass in mir!

00:15:48: Ich bin wahnsinnig wütend.

00:15:50: wenn ich jetzt das raus lasse an dieser Person dann ciao bin ich ganz intuitiv in den Wald und ich bin gelaufen und gelaufen.

00:15:59: Und bin immer schneller geworden, hab dann gemerkt, jetzt kommt die Wut raus?

00:16:03: Ich hab so geschrien!

00:16:04: Ich war alleine in diesem Wald.

00:16:06: Ich habe geschrien, ich hab geheult ... Dann hab ich irgendwann mal so geswitched zu, ey Gott was soll die

00:16:12: Scheiße?!

00:16:12: Ich hab keinen Bock mehr.

00:16:14: Es ist von...ich lass es raus, vom schnellen Laufen zu, ich lasse es raus hin zu einem Gebet hat sich so

00:16:21: entwickelt.".

00:16:22: Du hast gebetet, ohne es zu wollen oder ohne's beabsichtigt zu.

00:16:25: Nee!

00:16:26: Es kam so ganz intuitiv.

00:16:28: aber to-be real ist war ein gestalttherapeutisches Ding das ich intuitiv aufgemacht habe.

00:16:35: Aber hätte ich am Ende nicht auch einen Baum oder einen Straub anschreien können?

00:16:39: Deswegen meine Frage macht das Sinn des Ganzen dann wirklich Gespräch mit Gott?

00:16:43: Oder Gebet zu nennen oder kann man es nicht einfach nennen?

00:16:47: Ich reinige mich selbst und reflektiere mich selbst und rette mich selbst.

00:16:53: Kann man das so nennen?

00:16:55: Klar kann man das!

00:16:56: Also ich will da auch niemanden verurteilen oder belehren, der das anders tut.

00:17:01: Ich kann ja nur von mir sprechen und mir hilft es wenn ich es an Gott adressiere weil es sich so anfühlt als ob ich meinen Scheiß nicht alleine regeln muss sondern dass dann noch eine höhere Instanz ist.

00:17:13: und das entlastet mich unfassbar Und witzig, dass du sagst ich kann ja auch einen Strauch anschreien.

00:17:19: im Alten Testament begegnet Gott Mose ja immer auch in einem Strauch.

00:17:23: Die Frage ist an wen möchte ich es auch adressieren?

00:17:27: und ich möchte diese Dinge eben nicht nur auf ein Baum oder einen Strauch oder mich selbst loslassen.

00:17:32: Ich möchte sie auf Gott los lassen weil es mir hilft und mich trägt.

00:17:38: aber das ist mein Ding muss nicht bei jedem so sein.

00:17:41: und Gottes willen.

00:17:42: Ja,

00:17:42: voll!

00:17:43: Und ich frage mich halt frame ich das als Gebet weil ich halt christlich sozialisiert bin oder tue ich es tatsächlich so tief in mir drin um in der Mystik zu sein einen Funken von Gott oder von Jesus hab' und tatsächlich diese Beziehung an diese Beziehungen anknüpfen kann?

00:18:01: aber die Antwort kann natürlich

00:18:02: beides Ja, ich frags beides.

00:18:06: Genau du frames das so.

00:18:07: aber es ist die Frage und gehen wir davon aus dass Gott existiert?

00:18:12: dann vermutlich ja Aber wenn nicht?

00:18:14: Dann ist es vielleicht nicht aber dann tut's mir trotzdem gut.

00:18:18: ein voll schönes Zitat von Ostergrüß einem holländischen Theologen.

00:18:22: Es fand ich so so schön der sagt beten ist viel mehr als suchen beten is warben.

00:18:29: Suchen ist immer eine Aktion und Ungeduld.

00:18:32: Warten hingegen, ist

00:18:33: Aufmerksamkeit.".

00:18:35: Boah!

00:18:36: Das finde ich so krass irgendwie weil es nochmal einen Schritt vor suchen macht.

00:18:41: Aufmerksamwert für meine Gottesbeziehung und mich das finde ich schon.

00:18:47: Kannst du aber da mitgehen dass das manchmal schon auch frustrierend ist wenn man betet?

00:18:56: Mir geht es so, manchmal wünsche ich mir schon eine Antwort.

00:18:58: Es wäre so cool

00:18:59: ... Klar!

00:19:00: Und dann finde ich mich schon im Moment wieder, da denke ich mir krass... Du hast jetzt krass gebetet und das hat dir Funktional was gebracht.

00:19:10: aber bist du vielleicht auch irre?

00:19:12: Verlierst du dich in einem Vertrauen, in deinem göttlichen Gegenüber, dass vielleicht gar nicht gibt?

00:19:19: Weil der kommt gar keine Antwort.

00:19:22: Ja, ich glaube die Zweifel gehören zum Gebet absolut dazu.

00:19:26: Also wenn mir erzählt Beten ist immer nur cool nie langweilig, niemals frustrierend.

00:19:33: also sorry aber da bin ich raus!

00:19:36: Aber es finde schon eine Herausforderung und für mich ist das auch mal wichtig aus meiner Frustration heraus, dass ich beleide.

00:19:44: Ich bin noch mal gesagt Gott, ich rede mit dir jetzt mal zwei Monate nicht oder zwei Tage oder zwei Stunden weil ich schnauze voll warum antwortest du mir nicht?

00:19:53: und ja wahrscheinlich ist die Frage ob man irre ist wenn man betet die völlig falsche frage sondern die frage ist er ist immer irre wenn man an gott glaub weil wenn ich davon ausgeht das es gott gibt dann ist doch eigentlich das gebet so das natürlichste sozusagen okay ich sehne mich dorthin Beziehung haben und Sprech mit ihm oder ihr.

00:20:14: Aber wahrscheinlich ist die Frage, er sind wir irre?

00:20:17: Weil wir an Gott laufen!

00:20:20: Vielleicht ein bisschen... Ich bin auch schon oft beim Beten eingeschlafen.

00:20:25: Ich bete eigentlich immer abends vorm Schlafen und es ist nie so ganz geschickt das schon im Liegen im Bett zu machen.

00:20:31: Manchmal war ich trotzdem manchmal weil ich nicht gebacken bekommen mir vorher dann die Zeit zu nehmen Und ich mach dann auch ganz gerne einen Tagesrückblick.

00:20:40: Kann ich euch gerne mal in die Show Notes verlinken, nach Ignatius von Loyola?

00:20:44: Das nennt man auch so das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit wo man nochmal auf den Tag zurück schaut und versucht nicht zu werten sondern einfach den Tag zur Rück irgendwie an die Hände Gottes zu geben und vielleicht eine Sache sich aussucht für die man dankbar ist, einer die herausfordernd war, die man kacke fand oder so... ...und manchmal komme ich nur bis zum Mittag und dann pennig!

00:21:04: Aber hey!

00:21:05: dann ist es so.

00:21:06: Also ich finde, man darf sich da auch nicht zu sehr selbst geißeln sondern muss gucken was tut mir und meiner Gottesbeziehung gut?

00:21:14: Und was krieg' ich wie in den Alltag integriert?

00:21:18: Ich kann's jeden Tag neu probieren.

00:21:19: bin ich heute eingeschlafen?

00:21:20: Probier ich's morgen halt nochmal!

00:21:22: Ja

00:21:23: also ich find das mit dem Kerzeanzünden in Kirchen total schön.

00:21:26: So eine Tradition die meine Oma mir mitgegeben hat und... Das is auch immer so wirklich dieses Anhalten die Zeit und den Bewusstsein auf etwas Bestimmtes richten.

00:21:39: Ich hab viele Klagegebete, ich heule auch im Beten ... Aber ich nehm auch voll gerne meine Meditationsbank raus und guck mal was kommt so.

00:21:49: Ich versuch's schon ein bisschen zu

00:21:52: variieren, wie es dir gerade geht?

00:21:55: Ja, aber das ist automatisch, dass es variiert.

00:21:59: Aber ich versuche manchmal mir eine Routine zu schaffen.

00:22:02: Routinen?

00:22:03: Es ist wie mit allem, wie auch beim Sport oder so.

00:22:05: Routine helfen mega!

00:22:07: Warum kann ich mich in den Gebet fallen lassen, dass mir total vertraut ist?

00:22:11: Weil Routine hilft und wenn es jeden Abend vorm Schlafen gehen macht dann fällt's mir irgendwann leichter als wenn ich nur ab und an mache und die Routine sich wieder nicht so gut einstellt.

00:22:22: Das finde ich total...

00:22:29: Also was ihr hier hört, ist ein Drucker und es ist sehr spooky.

00:22:34: Wir

00:22:35: nehmen jetzt ungelogen seit dreißig Minuten auf und jetzt drückt er etwas, was ich in Auftrag gegeben habe fünf Minuten bevor wir angefangen haben.

00:22:44: Vorher hast du aufgerufen, dass man Gott auch anschreien kann das Mikro aus der Halterung gekrafft.

00:22:49: also hier finden schon Antworten statt.

00:22:53: Okay, bevor es hierzu wählt wird kommen wir zu unserer Abschlussruppe.

00:22:59: Liebe Katja was hat denn heute für dich in dieser Folge Sinn gemacht?

00:23:03: Für mich macht Sinn dass meine Religion mir ein Werkzeug an die Hand gegeben hat mit dem ich Mir selbst nahekommen kann und dann vielleicht auch Gott nahe kommen kann.

00:23:19: Da bin ich sehr dankbar drüber, das Werkzeug nicht nur in gelb gibt sondern in allen bunten Farben und ich mit schnappen kann auf was ich Bock habe.

00:23:28: Das finde ich schon cool!

00:23:30: Vielfalt beim Beten macht auf jeden Fall Sinn.

00:23:33: für mich hat heute Sinn gemacht mir nochmal die Frage zu stellen antwortet mir Gott auf mein Gebet logisch erantwortet nicht so wie du.

00:23:42: Sonst könnte ich ja auch mit Gott einen Podcast aufnehmen und dir gemeinsam.

00:23:46: es wäre geil, den würde ich gerne mal als Gesprächspartner einladen.

00:23:51: Aber vielleicht versuche ich mal nochmal auf die kleinen und großen Begegnungen und Zeichen im Alltag zu achten.

00:23:57: Ich finde die Frage was wollte Gott mir damit oder damit sagen?

00:24:02: Die macht auf jeden Fall Sinn!

00:24:04: Man kann sie nie so eindeutig beantworten, aber ich würde auf jeden Fall drüber nachdenken.

00:24:08: Du hast mich inspiriert!

00:24:10: Und

00:24:10: wenn jetzt inspirierst du mich?

00:24:13: Wenn jetzt dein Podcast Partner Gott wäre und du könntest eine Frage stellen... welche wäre die?

00:24:20: Vielleicht würde ich ihn tatsächlich fragen macht das Leben Sinn oder inwiefern macht für dich Lebensinn?

00:24:26: Er könnte mir bestimmt ganz viele sinnvolle Sachen aufzählen mit denen auch was anfangen kann weil er hat ja auch als Mensch gelebt So glaube ich.

00:24:36: Er würde mich bestimmt mit seiner Antwort überraschen, sie wäre ganz anders als das was ich erwarte.

00:24:43: Wir werden jetzt auf jeden Fall den Drucker sich selbst überlassen und etwas Leckeres essen gehen denn das macht auf jeden fall Sinn.

00:24:53: um Abend Bäume schreit Sträucher an Und vergesst den heiligen Antonius, den Schlampertoni nicht.

00:24:59: Denn ihr wisst ja der hilft immer

00:25:01: außer

00:25:02: am ersten Mai wenn man bedrunken nach Wanderschuhen sucht.

00:25:05: Warum auch immer?

00:25:06: Ich werde ihn irgendwann fragen wenn ich ihn mal treffe.

00:25:08: Mach's gut!

00:25:09: Tschüss!

00:25:12: Macht das Sinn?

00:25:12: – Nach einer Idee von Katta, Luisa

00:25:15: und mir

00:25:16: Mit freundlicher Unterstützung vom Institut für Publizistische Ausbildung und der katholischen Rundfunkarbeit des Bistums Trier Kommentiert die Folge gerne und schreibt uns auf Insta.

00:25:28: Abonniert den Podcast und verpasst keine Folge, denn wer weiß vielleicht macht das ja wirklich Sinn!

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